Zimmermann, Christian (1705-1777)


Biographisches Stichwort

Christian Zimmermann, 1705 in Groß-Bottmar geboren, war (so heißt es in der Ankündigung des Wörterbuchs durch den Verfasser selbst) "Prof. auf dem Hochfürstl. Gymnasio zu Stuttgardt". Er starb im Jahr 1777. 

Johann Peter Miller, am 22. Oktober 1705 in Scharenstetten bei Ulm geboren, besuchte das Gymnasium in Ulm, studierte dann in Tübingen (1721), Jena (1724) und Leipzig (1729), wo er auch als Hauslehrer tätig war. Anschließend trat er eine Stelle als Bibliothekar in Dresden an, kehrte aber 1740 nach Ulm zurück, wo er zunächst Subrektor des dortigen Gymnasiums und Professor der griechischen Sprache war. 1743 wurde er zum Prorektor, 1752 endlich zum Rektor des Gymnasiums ernannt. Miller starb am 17. November 1781. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. Ausgaben der klassischen Autoren sowie ein "Handbuch zu gemeinnützlicher Bildung und Unterweisung der Jugend in öffentlichen Schulen" (1773). 

Eine kleine Anmerkung
und zwar zu Johann Peter Miller, der das Vorwort zu Zimmermanns Wörterbuch verfaßt hat. Gleich mehrere Universitätsbibliotheken bzw. deren Verbände geben als Millers Lebensdaten fälschlicherweise "1725-1789" an, z.B. swisscovery und die "Kompetenzzentren" BSZ und GBV. Ihnen ist wie in ähnlichen Fällen entgangen, daß es im 18. Jahrhundert zwei gelehrte (und nahe verwandte) Schulmänner mit dem gleichen Namen gegeben hat. Der eine Johann Peter Miller, der auch der Verfasser unseres Vorworts war, lebte von 1705 bis 1781 und hatte seinen Lebensmittelpunkt in Ulm, wo er einige Jahrzehnte Griechisch und Geschichte unterrichtete. Sein gleichnamiger Neffe (1725-1789) wuchs zwar wie sein Onkel im Raum Ulm auf, verbrachte aber die letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens als Professor für evangelische Dogmatik und Rhetorik in Göttingen, wo er 1789 auch starb. 

Selbst ein wissenschaftlich und bibliographisch unerfahrener Mensch, der in der Wikipedia den Suchbegriff "Johann Peter Miller" eingibt, findet auf Anhieb die Einträge zu beiden Gelehrten. Wer sich auf die Wikipedia nicht verlassen möchte und lieber das (unverzichtbare!) Portal Deutsche Biographie konsultiert, stößt ebenfalls sofort auf  die beiden. Aber unsere Bibliotheken sind vermutlich im Moment völlig überlastet, weil sie auch den letzten männlichen Autor als "VerfasserIn" eintragen müssen und zu biographisch-bibliographischen Feinheiten keine Zeit mehr haben.  

Abbildung der Titelseite mit freundlicher Genehmigung durch Herrn Cornelius Wittmann (www.kunsthandel-dachau.de). 


Novum lexicon Graeco-Latinum et Latino-Graecum
in usum scholarum studiose adornatum, ac praecipue in parte altera multis sententiis, adagiis et nominibus propriis copiose instructum

* Stuttgart 1771 (Mezler), Vorwort v. Johann Peter Miller, XXXII, 2922, 940 Sp. 

In einer zeitgenössischen Rezension der "Allgemeinen Deutschen Bibliothek" wird Zimmermann vorgeworfen, bei seinem Wörterbuch handele es sich um "den allergröbsten Betrug, dessen sich ein Sterblicher erfrechen kann". Zimmermann habe "die Hedrich Ernestische Arbeit von Wort zu Wort, ohne die mindeste Vermehrung ... mangelhaft abgeschrieben", man müsse "dies Neue Lexicon für einen gelehrten Betrug halten", nämlich für ein Plagiat des von Ernesti bearbeiteten Wörterbuchs von Benjamin Hederich.


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